Wie ein Eintrag aus dem Erfurter Bürgerbuch von 1783 den Regelkatalog durchläuft — Schritt für Schritt am echten Beispiel der Zeile 1999, Johann Christian Sachse. Alle Zahlen sind echte Antworten der Abgleich-Engine; Gewichte und Schwellen lassen sich im Regelkatalog in natürlicher Sprache verstellen.
Die Quelltabelle beschreibt jeden Neubürger mit Name, Herkunft, Beruf und dem Datum des Bürgerrechts. Angehörige stehen als eigene Zeilen darunter und werden über die laufende Nummer verknüpft — 1999.a ist der Vater, 1999.b die Ehefrau.
Aus der Zeile wird ein Abgleich-Objekt — beim Tabellen-Import übernimmt das die Spalten-Zuordnung. Die Angehörigen-Verweise werden dabei zu Namen aufgelöst (grün markiert), denn Q-IDs haben Vater und Ehefrau ja noch nicht.
{
"name": "Johann Christian Sachse",
"geschlecht": "m",
"geburtsdatum": "1760",
"beruf": "Buchbinder",
"erwaehnung": "24.01.1783",
"vater_name": "Bernhard Friedrich Sachse",
"ehepartner_name": "Anna Sabina Sachse"
}
Kein Abgleich gegen alle 650 000 Personen des Bestands — ein
Volltext-Match über die Namens-Token
(johann OR christian OR sachse, gedeckelt bei 600) plus ein
direkter Lookup externer IDs (GND, VIAF …) liefert die Kandidaten.
Nur diese Menge durchläuft den Regelkatalog; für Zeile 1999 sind es
einige Dutzend Personen.
Für Zeile 1999 greift keine der Stufen 0–2: keine Q-ID vorhanden, kein Kandidat hart ausgeschlossen, das Geburtsjahr passt nirgends exakt. Also entscheidet das Scoring.
Q152950 „Johann Christian Sachse" (1762–1822, Schriftsteller und Bibliotheksdiener in Weimar) sammelt:
| Signal | Befund | Punkte |
|---|---|---|
| Name | Token-Mengen exakt gleich | +5 |
| Geburtsjahr | 1760 ↔ 1762 (±2 Jahre) | +2 |
| Erwähnung | 1783 liegt in der Lebenszeit 1762–1822 | +1 |
| Score (Schwelle „identisch": ≥ 8) | 8 | |
Die Verfolger — „Johann Christian Gottlieb Wernsdorf", „Johann Christian Reinhardt", „Wilhelm Christoph Gottfried Sachse" — bleiben bei Score 5 mehrdeutig. Da genau ein Kandidat „identisch" erreicht, lautet das Zeilen-Ergebnis eindeutig → Q152950.
Bei Sachse gewann der Name-plus-Geburtsjahr-Pfad. Wie das Angehörigen-Signal eine Person identifiziert, zeigt dieses Paar aus demselben Datenbestand: „Maria Anna von Goldhagen" ist allein über den Namen nicht sicher zuzuordnen — erst der Ehemann entscheidet.
Technisch: Der Index kennt für jede FactGrid-Person die Kanten
P141 (Vater), P142 (Mutter) und
P84 (Ehepartner). Beim Scoring wird der eingegebene
Angehörigen-Name tokenweise gegen das Label des verknüpften
Angehörigen-Items verglichen — exakt, als Teilmenge (fehlender
Zweitname) oder fuzzy mit Mindest-Überlappung (Abkürzungen wie
„Joh. Conrad", Ehename statt Geburtsname).
Regelkatalog im Detail: regel.md im
Repository. Die Beispiel-Scores entstanden mit den Standard-Gewichten und
der aktiven 90-Jahre-Regel (Stand Juli 2026); eigene Regeln unter
/regeln ändern die Bewertung sofort.